Allgemeines

Brevet

Ein Brevet bezeichnet im Radsport eine Langstreckenfahrt, bei der eine vorgegebene Strecke innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu fahren ist. Der Umfang der Organisation ist dabei absichtlich sehr gering.
Beim Start bekommt jeder Teilnehmer eine Stempel-/Kontrollkarte mit bis zu 12 Kontrollstellen, die sich auf der Strecke befinden.
An diesen Kontrollstellen muss man in einem auf der Kontrollkarte vorgegebenen Zeitfenster einen Stempel, eine Unterschrift und die Uhrzeit zu der man an der Kontrollstelle angekommen ist, eintragen lassen.

Autonomie und Eigenverantwortung

Jeder Randonneur muss sich selbst versorgen, Unterwegs gibt es keinerlei organisierte Verpflegungs- und/oder Schlafstätten. Alles was man unterwegs benötigt, muss man entweder dabei haben oder während des Brevets organisieren. Begleitfahrzeuge sind absolut verboten und führen zur Disqualifikation. Der Zeitrahmen eines jeden Brevets ist so großzügig bemessen, dass jeder ohne fremde Hilfe die Strecke mit Genuß absolvieren kann.

Brevets sind keine Rennen

München Brevets sind keine Rennen, es gibt keine Preise zu gewinnen. Auch interessiert nicht, wer wie schnell die Strecke absolviert hat. Einzig was zählt ist, dass alle Kontrollstellen innerhalb des Zeitfensters durchfahren wurden. Jeder, der das schafft, ist Sieger.
Jeder Teilnehmer fährt für seine eigene Leistung. Die Brevets sind von sozialer und nicht kompetetiver Natur, das zeichnet den besonderen Charakter von Brevets aus.

Ausrüstung

Man glaubt gar nicht mit wie wenig Ausrüstung man auch sehr lange Brevets (bis über 2.000 km) fahren kann!

Das Fahrrad:
Wichtig ist eine bequeme Sitzposition, starke Sattelüberhöhungen sind zu vermeiden. Das Rad und die Laufräder sollten nicht auf Gewicht, sondern auf Haltbarkeit und Komfort optimiert sein. D.h. 3-fach klassisch gespeichte Laufräder bieten wesentlich mehr Komfort, als gewichtsoptimierte Carbonfelgen, die man unterwegs auch nicht reparieren kann.
 
Beleuchtung:
Erfahrene Randonneure radeln ausschließlich mit Nabendynamos. Besonders beliebt ist der SON, hält ewig bei geringstem Widerstand (gute Shimanos tun aber auch ihren Dienst). Zudem kann man mit einem Nabendynamo in Verbindung mit einem Adapter (z.B B&M USB-Werk) auch sein Garmin während der Fahrt aufladen. Moderne Frontscheinwerfer von B&M oder SON machen heute die Nacht schon zum Tag.
Zusätzlich eine Helmlampe von Lupine und jede Paßabfahrt wird Nachts zum Traum.
 
Werk- und Reparaturzeug:
Ein Multitwerkzeug, mindestens zwei Ersatzschläuche, Reifenheber, Flicken für Mantel bzw. Ersatzmantel, lange Ersatzbowdenzüge für Bremse und Schaltwerk, ein Ersatzkettenglied, Notspeiche und eine gute Luftpumpe.
Kugelschreiber nicht vergessen! Wird oft an Kontrollstellen und für die Kontrollfragen benötigt.
 
Verpflegung:
Zwei Riegel und ein Gel als Notversorgung reichen. Es gibt ja überall Bäckereien und vor der Nacht ein zünftiges Essen sollte sich jeder gönnen. Getränke gibt es überall zu kaufen. Bislang ist noch kein Randonneur verhungert oder verdurstet.
 
Kleidung: 
Für die kurzen Brevets (200 km, 300 km): Sicherheitsweste, Regenjacke, Regenhose (bei schlechter Wetterprognose), Armlinge, Beinlinge, evtl Handschuhe.
Für längere Brevets mit Nachtfahrten: wie bei den kurzen Brevets und zusätzlich Handschuhe, langarmiges Unterhemd, Helmmütze, Biwakschlafsack oder Rettungsdecke (knistert aber so sehr, dass Mitradler kein Auge zubekommen :-(.
Für Brevets über 1.000 km und mehr: zusätzlich 2te Radlgarnitur
Das alles geht in eine geräumige Satteltasche!
Sehr zu empfehlen ist eine zusätzliche Lenkertasche: Da passt der Fotoaparat, Telefon und die Semmel hinein und oben kann man den Streckenplan anbringen.
 

Navigation

Ein gute Navigationsgerät erleichtert das Fortkommen enorm, vor allen Dingen in der Nacht und bei Stadtdurchquerungen. Aber Achtung: Die Garmin Edge Geräte haben eingebaute Akkus, bei denen ist nach 12-15h Schluss und da fängt der Brevetspaß ja erst an! 
Auch sollte man immer darauf vorbereitet sein, dass ein Navi auch mal ausfallen kann. Also der Streckenplan (oldfashion analog) muß immer dabei sein! Ideal ist es, wenn man zu mehreren radelt, dass mindestens einer den Streckenplan immer vor Augen hat (Lenkertasche!), so kommt man dann garantiert ohne Umwege an.
 

Kontrollnachweise

Die vorgegebene Strecke darf nur in Ausnahmefällen (Umleitungen wegen Streckensperrung) verlassen werden. Damit sich auch jeder daran hält, gibt es Kontrollstellen, die ein Abkürzen weitestgehend ausschließen. Bei fast allen Münchener Brevets gibt es in den Kontrollstellen Stempel bzw. Quittungen für den klassischen Brevetpass.
Nicht immer bieten Kontrollstellen Stempel, Quittungen etc. an. Für diese nutzen wir die Digitale Brevetkarte.
Wie die funktioniert, hat Ralph Schwoerer in einem Video erklärt.
Allerdings kann man in München die Startzeit nicht auswählen, die legen wir fest. Auch nutzen wir nicht das Info-Board.
 

Vorbereitung

Als Faustregel gilt: Etwa 1000 km in den Beinen sollte man seit Jahresbeginn haben, um locker einen 200er fahren können. Wer dann auch noch ein, zwei Mal deutlich über 100 km gefahren ist, kann das erste Brevet in der Saison richtig genießen. Für die längeren Strecken gilt das gleiche, plus das erfolgreiche Fahren der jeweiligen kürzeren Strecken mit ausreichend Luft.
Auch die Technik muss natürlich fit sein: Prüft noch mal Bremsen, Reifen, Schaltung und alle Lager. Keine neue Technik auf dem Brevet, alles sollte wenigstens 50 km getestet worden sein, Sättel noch länger.
Nicht vergessen: Verpflichtende Mindestausrüstung sind Licht, Helm, Warnweste. Außerdem wichtig: Stift für Kontrollfragen, Geld und EC-Karte für Verpflegung und Notfälle, Kamera für schöne Erinnerungen.

Anreise

Parken ist in der näheren Umgebung vom Roecklplatz unmöglich. Unsere Empfehlung: Reist mit dem Fahrrad oder der Bahn an, vom Hauptbahnhof sind es nicht mal 3 km.
Auf den nächsten P+R-Anlagen Heimeranplatz und Aidenbachstraße darf maximal 24h geparkt werden. Eine gute Alternative ist generell die Übernachtung auf dem nahe gelegenen Campingplatz Thalkirchen.

Am Start

Der Roecklplatz befindet sich noch mitten im pulsierenden Herzen Münchens, man kommt jedoch durch den asphaltierten Isar-Radweg und Isartalbahnweg schnell und ohne Autoverkehr aus der Stadt heraus. Auf dem Roecklplatz befindet sich ein langes Eisengeländer, an dem die Räder angeschlossen werden können. Bitte davon möglichst Gebrauch machen!
Frühstücken ist ab 6:30 individuell möglich im Bäckereicafé Zöttl in der Ehrengutstraße.  Sollte dort das Gedränge zu groß werden, bietet auch die Bäckerei Ihle am Roecklplatz gutes Frühstück ab 6:00.
In der Bäckerei Zöttl werden wir die Startunterlagen ausgeben, diese bestehen aus:
  • Brevetkarte
  • Streckenplan (Roadbook)
  • Straßenkarte

Startaufstellung ist direkt am Roecklplatz, es wird in Wellen zu 30 Teilnehmern gestartet. Wichtig: Eure Brevetkarte wird nach Kontrolle der Beleuchtung und Sicherheitsweste direkt vor Eurem Start abgestempelt/gelocht, nur damit wird die Karte später auch gewertet!

Unterwegs

Taktik:
Für das Brevetfahren muß man seinen eigenen Rhythmus erfahren, dass wird nicht im ersten Jahr funktionieren.
Den größten Fehler, den man machen kann ist am Anfang zu schnell zu fahren, um auf Deubel komm raus in einer Gruppe zu bleiben. Muß man sich zu sehr anstrengen, lieber zurückfallen lassen. Anstiege nicht hochdrücken, die vergeudete Kraft braucht man später mit Sicherheit noch. 
Mit der Zeit kennt man dann sein Tempo und findet Randonneure, die im gleichen Rhythmus fahren.
 
Pausen:
Das Pausenverhalten ist individuell höchst unterschiedlich. Allgemein ist es aber sinnvoll nicht zu viele lange Pausen zu machen.
Eine längere Pause am Abend zum Nachtfeinmachen reicht vollkommen. Tagsüber reichen dann meistens 15 Minuten an den Kontrollen. Dann kann man sich auch beim Radfahren mehr Zeit lassen.
 
Kontrollen:
Kontrollstellen sind entweder frei in einem Ort zu suchen oder von uns vorgegeben. Bei freien Kontrollen geben wir einige erprobte Empfehlungen, wo ein Abstempeln bzw. Nachweis per Einkaufsbon möglich ist.
Die Kontrollstellen bestehen aus Tankstellen und Geschäften, die uns diesen Service kostenlos zur Verfügung stellen. Bitte verhaltet Euch dementsprechend! Wildes urinieren oder sonstiges grobes Fehlverhalten im Bereich der Kontrollstellen führen zur Nichtwertung Eures Brevets und im Extremfall zum Ausschluss von weiteren Brevets. Zum guten Ton gehört weiterhin ein kleiner Verzehr als Entschädigung für die Betreiber, ist aber natürlich nicht verpflichtend.
 
Übernachtungen:
Übernachtungen sind eigenverantwortlich zu planen, sie werden nicht organisiert.
Bei ersten Anzeichen von Müdigkeit sollte eine Schlafmöglichkeit gesucht werden, wie z.B. EC-Häuschen, Bushaltestelle, Zimmer (vorgebucht oder spontan).
 
 

Im Ziel

Stempeln nicht vergessen! Hier wird es mehrere Möglichkeiten zum Abstempeln geben, die Ankunft ist rund um die Uhr möglich. Der genaue Ort für die Abgabe der Brevetkarte wird jeweils bekannt gegeben.

Verpflegung ist am Roecklplatz fast rund um die Uhr möglich: Ganz in der Nähe findet Ihr den Kiosk an der Reichenbachbrücke, der nur in der Zeit von 5:00 Uhr bis 6:00 morgens geschlossen ist. Dort bekommt ihr (fast) alles. In der Kapuzinerstrasse findet ihr auch eine 24h ARAL-Tankstelle mit REWE to go und warmen Snacks. 
Die Lokale am Roecklplatz haben durchweg bis 1:00 nachts geöffnet
Wer Duschen möchte, kann dies zwischen 7:30 und 23:00 im nahe gelegenen Südbad oder am Campingplatz Thalkirchen tun. Rund um die Uhr gibt es eine Duschmöglichkeit am Hauptbahnhof bei rail&fresh im Zwischengeschoss.

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